Text und Bilder: Jürgen Korzilius
Henrik Hasenbeck aus Bitburg gehört zu den besten jungen Chemikern Deutschlands. Der Schüler der 13. Jahrgangsstufe des St.-Willibrord-Gymnasiums nimmt vom 22. bis 27. Februar an der Bundesrunde der Internationalen Chemie‑Olympiade (IChO 2026) in Göttingen teil – der dritten von vier Auswahlstufen auf dem Weg ins deutsche Nationalteam.
Ein internationaler Wettbewerb mit hohen Anforderungen
Die Internationale Chemie‑Olympiade zählt zu den anspruchsvollsten naturwissenschaftlichen Schülerwettbewerben weltweit. Jedes Jahr treten die vierköpfigen Nationalteams zahlreicher Länder gegeneinander an. Um das deutsche Team zu bestimmen, durchlaufen mehrere tausend Schülerinnen und Schüler ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Bereits die erste Runde, eine umfangreiche Hausaufgabenrunde, verlangt ein tiefes Verständnis der Chemie. Wer mehr als 50 Prozent der Punkte erreicht, qualifiziert sich für die zweite Runde – eine deutschlandweit zeitgleich geschriebene Klausur, die in Umfang und Anspruch einer Abiturprüfung ähnelt und laut Bildungsministerium sogar universitäres Niveau besitzt. Nur rund 60 Teilnehmende schaffen es anschließend in die dritte Runde, die Bundesrunde in Göttingen. Dort erwartet sie eine intensive Woche mit Fachvorträgen, Seminaren internationaler Dozenten und zwei vierstündigen Klausuren. Die Leistungsdichte ist enorm: Häufig reichen etwa 50 Prozent der Punkte, um weiterzukommen. Aus dieser Gruppe werden schließlich 15 Schülerinnen und Schüler ausgewählt, die in der vierten Runde um die Plätze im deutschen Nationalteam kämpfen.
Henriks Weg: Von „Chemie – die stimmt!“ zur IChO
Henrik Hasenbeck ist kein Neuling in der Welt der naturwissenschaftlichen Wettbewerbe. Seit der 5. Klasse nimmt er regelmäßig an der Mathematik-Olympiade teil und konnte dort zahlreiche Erfolge erzielen. In der 8. Klasse entdeckte er schließlich seine Begeisterung für die Chemie – maßgeblich unterstützt von seinem damaligen Lehrer, der sein Talent früh erkannte und förderte. Seine ersten großen Erfolge feierte Henrik im Wettbewerb „Chemie – die stimmt!“. Bereits in der 9. Klasse gewann er die Landesrunde und erreichte beim westdeutschen Finale in Münster den 8. Platz. Ein Jahr später gelang ihm ein außergewöhnlicher Doppelsieg: Er gewann erneut die Landesrunde und belegte sowohl in der theoretischen als auch in der praktischen Klausur des westdeutschen Finales den ersten Platz. Auf Bundesebene erreichte er anschließend Rang zehn – eine Platzierung, die ihm direkt die Qualifikation für die zweite Runde, die Landesrunde, der IChO 2023 einbrachte.
Zwei Jahre später hat er sich für die Bundesrunde der IChO 2025 qualifiziert, wo er den 37. Platz belegte. „Einerseits war ich stolz, zu den besten 50 Chemie-Schülern Deutschlands zu gehören. Andererseits war es immer noch die untere Hälfte – das motivierte mich, im nächsten Jahr noch besser abzuschneiden“, sagt Henrik rückblickend. Im nächsten Anlauf konnte er sich mit starken Leistungen in der zweiten Runde – hier wurde er wieder Landesbester – erneut für die Bundesrunde des IChO 2026 in Göttingen qualifizieren. Dort misst er sich aktuell mit den 50 besten Nachwuchschemikerinnen und -chemikern Deutschlands – mit dem klaren Ziel, seine Platzierung aus dem Vorjahr zu übertreffen.
Für das St.-Willibrord-Gymnasium Bitburg ist seine Teilnahme ein besonderer Erfolg und zugleich ein eindrucksvolles Zeichen für die nachhaltige und engagierte naturwissenschaftliche Förderung an unserer Schule. Dabei unterstreicht Henriks erneute Qualifikation nicht nur sein außergewöhnliches fachliches Können, sondern auch seine Ausdauer, Zielstrebigkeit und Begeisterung für die Chemie.
Wir gratulieren ihm herzlich zu diesem großartigen Erfolg und wünschen ihm für die Bundesrunde viel Konzentration, Selbstvertrauen und Freude an den bevorstehenden Herausforderungen.


