Über den Tellerrand hinaus: Der Exzellenzkurs bringt Schule und Beruf zusammen

Unsere Region lebt von Menschen, die sie gestalten. Im Rahmen des Exzellenzkurses sprachen wir mit einem dieser Gestalter: Sven Lübken, Familienvater, Geschäftsführer der IT-Fabrik in Bitburg und engagierter Bürger im Bitburger Stadtrat.

BITBURG, Sven Lübken beschreibt sich vor allem als Familienmensch: „Die Familie steht im Vordergrund.“ Aber das Interview mit dem Exzellenzkurs drehte sich vor allem um seinen beruflichen Werdegang. Sein Bildungsweg war nach eigener Aussage alles andere als glorreich– er selbst bezeichnet sich als ziemlich schlechten Schüler. Das lag wohl auch daran, dass ihn schon früh ein anderes Thema faszinierte: das Programmieren, das er sich vom Vater abschaute. Nach dem Realschulabschluss begann er bei der GWI Research GmbH eine Ausbildung zum Informatiker für Systemintegration. Es folgten einige Jahre als Angestellter, unter anderem bei einer Automobilkette in Bitburg, bevor Lübken ein Nebengewerbe aufbaute, das schnell wuchs – und schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit nach sich zog. Sein damaliger Arbeitgeber legte ihm dabei keine Steine in den Weg, sondern half sogar beim Einstieg. Dafür ist er bis heute dankbar.
Als das „Glücklichste in seiner Selbstständigkeit“ bezeichnet Lübken den Mut seines ersten Mitarbeiters, der heute noch sein Prokurist ist, in seine Firma einzusteigen. Ein weiterer großer Schritt: der Bau eines eigenen Gebäudes – und aus 15 Mitarbeitern wurden knapp 80.
Bereut hat Lübken den Schritt in die Selbstständigkeit nie – „das würde ich immer wieder so machen“. Fehler hat er dennoch gemacht, doch daraus lernt er. Zu den unschönen Momenten gehörte die Trennung von Mitarbeitern, „auch das gehört dazu“. Wenn er das sagt, wird seine Stimme spürbar weicher, der Mensch ist nicht verloren gegangen.
Neben seinem unternehmerischen Wirken engagiert sich Lübken in der CDU im Bitburger Stadtrat – dazu kam er über einen Kollegen, nachdem er sich oft über politische Entscheidungen geärgert hatte, „ohne zu wissen, wo die Entscheidungen herkommen“. Das sei eines der aktuell größten Probleme: „Die, die am lautesten schreien, sind meistens diejenigen, die am wenigsten tun.“ Sein Rat: „Engagiert euch, bringt euch ein.“
Auch um aktuellen Themen wie Künstliche Intelligenz ging es im Exzellenzkurs-Interview. In der IT-Fabrik wurde dafür kürzlich eine eigene Abteilung gegründet, die laut Lübken künftig maßgeblich sein wird. „Mit KI zu arbeiten und dadurch effizienter zu werden und nicht durch KI ersetzt zu werden“, sei das Ziel. Das Gespräch mit Lübken war äußerst inspirierend und hat gezeigt, wie bereichernd es ist, solch ambitionierten Menschen in unserer Region zu begegnen.

Text: Nils Fusenig, Adam El Hajjar, Maxim Schick, Lea Meier


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