Der Chef auf dem Beifahrersitz
Im Exzellenzkursinterview sprach Daniel Reinemann, Inhaber einer Bitburger Fahrschule mit 13 Mitarbeitern, über lustige Erlebnisse, Durchfallquoten und seine berufliche Laufbahn.
BITBURG, Im Rahmen des Exzellenzkurses interviewten wir, Schüler des St.-Willibrord-Gymnasiums und Auszubildende der Volksbank Trier Eifel eG, den Inhaber der Fahrschule Reinemann, Daniel Reinemann. Dabei sprachen wir über seinen beruflichen Werdegang, die aktuelle Preisentwicklung und seine persönlichen Erlebnisse als Fahrlehrer.
Für Daniel Reinemann aus Bitburg stand bereits früh fest, dass er Fahrlehrer werden wollte. Sein Vater, der selbst eine Fahrschule in Daun besaß, diente ihm dabei als Vorbild. Reinemann begann seine berufliche Laufbahn zunächst mit einer Ausbildung zum Autoelektriker und anschließend zum Hubschrauberelektriker bei der Bundeswehr. Diese Ausbildung unterbrach er jedoch, um seinen eigentlichen Berufswunsch zu verwirklichen und Fahrlehrer zu werden. Parallel zu seinem Vater eröffnete er schließlich eine eigene Fahrschule in Wolsfeld.
Heute ist Reinemann mit seiner Fahrschule an den Standorten Bitburg und Speicher vertreten. Auch die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern: Seine beiden Söhne Laurenz und Luis sind in der Autobranche tätig und „strecken ihre Fühler schon Richtung Fahrschule aus“, wie Reinemann erzählte.
Als Geschäftsführer beschäftigt sich Reinemann regelmäßig mit den steigenden Kosten in der Branche. Dabei ist es ihm besonders wichtig, seine 13 Mitarbeiter weiterhin fair zu entlohnen. Die zunehmenden Ausgaben, beispielsweise für Kraftstoff, Mieten und weitere Betriebskosten, erschweren es jedoch, den Führerschein zu günstigeren Preisen anzubieten.
Ein weiteres Thema war die hohe Durchfallquote bei Führerscheinprüfungen. Reinemann äußerte sich hierzu überraschend: In seiner Fahrschule bestehen nach seinen Angaben 85 Prozent der Fahrschüler ihre Prüfung. Gleichzeitig betonte er, dass der Erfolg maßgeblich vom jeweiligen Fahrlehrer abhänge. Um seinen Fahrschülern bereits vor der ersten praktischen Fahrstunde mehr Sicherheit und Selbstvertrauen zu vermitteln, setzt der Unternehmer unter anderem auf einen Fahrsimulator.
Auch das Thema Konkurrenz innerhalb Bitburgs sprach Reinemann an. Dabei vertritt er eine positive Einstellung: Für ihn sind die anderen Fahrschulen keine Konkurrenten, sondern Teil einer Gemeinschaft. Dies verdeutlichte er anhand einer amüsanten Begebenheit: ein Fahrschüler eines Mitbewerbers hatte sich versehentlich in das falsche Fahrschulauto gesetzt.
Reinemann erklärte zudem, dass in seinem Unternehmen keine strenge Hierarchie herrsche. Vielmehr verfolgten alle Mitarbeiter dasselbe Ziel. Deshalb legt er besonderen Wert auf Gleichberechtigung und einen respektvollen Umgang miteinander. Jeder Mitarbeiter soll unabhängig von seiner Position gleichbehandelt werden.
Text: Zoé Kellerbach, Niklas Gerten, Mathilda Rumpeltin, Julian Braconnier, Luna Schlösser und Elias Heck
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